Unser Ortsverein im Spiegel der Medien

Wie vielfältig die Aktivitäten des NABU Dransfeld sind, belegt auch die Berichterstattung in den lokalen Medien, wenngleich sich dort nur ein kleiner Teil unseres Engagements widerspiegelt. Über die mediale Präsenz bieten sich uns weitreichende Möglichkeiten, die Natur unseres näheren Wohnumfeldes und unser Wirken auch größeren Kreisen der Öffentlichkeit näher zu bringen.Weitergehende Einblicke dazu vermittelt unser Presse-Archiv, das herausragende wie alltägliche Ereignisse des zurückliegenden Jahres reflektiert.Da es nicht ausbleibt, daß sich in die Beiträge hin und wieder auch kleinere oder größere Fehler einschleichen, nutzen wir diese Gelegenheit zugleich, um selbige zu kennzeichnen und berichtigen.

Medien-Archiv

Mehr Blühflächen für die Tierwelt | HNA vom 03.10.2020

Mögliche Umwidmung: Bauausschuss inspizierte Friedhöfe in Dransfeld

Dransfeld – Die sinkende Zahl von Sargbestattungen, die damit verbundene geringere Aus­lastung der Friedhöfe und der daraus resultierende drastische Anstieg der Friedhofsgebühren be­schäftigt den Rat der Samtgemeinde Dransfeld seit mehreren Jahren. Bei einer Bereisung der beiden Friedhöfe in der Dransfelder Zaunstätte und in Varlosen machten sich jetzt die Mit­glieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses (BPlUA) ein Bild von der aktuellen Si­tuation.
Der Bereisung zugrunde lagen zwei Anträge der Grünen und der Linken, die schon im ver­gangenen Jahr gestellt worden waren. Die Vertreter beider Parteien fordern darin, die Er­höhung der Friedhofsgebühren einzudämmen und – wenn möglich – zumindest teilweise sogar wieder zu­rückzunehmen. Die Grünen fordern zudem, nicht mehr genutzte Flächen auf den Fried­höfen als Blühflächen anzulegen und somit für den Insektenschutz und die Förderung der Artenvielfalt zu verwenden.
Um die Möglichkeiten dafür auszuloten, hatten sich Bürgermeister Mathias Eilers und Dirk Aue vom Bauamt bereits im Vorfeld zusammen mit Dr. Jürgen Endres vom Nabu Samtgemeinde Dransfeld die beiden Friedhöfe in Dransfeld und Varlosen angeschaut.
Endres stellte nun den Ausschussmitgliedern seine Vorschläge vor. Neben diversen Blühflächen rät er unter anderem dazu, an der Hauswand der großen Friedhofskapelle in Dransfeld sowie an mehreren Stümpfen abgesägter Bäume Gitter mit Rankepflanzen anzulegen oder an ver­schiede­nen Stellen Nisthilfen für Vögel aufzuhängen.
„Fakt ist, dass wir vor zehn Jahren noch mit einer Friedhofsfläche von 4,5 Quadratmetern pro Einwohner rechnen mussten und dass sich diese Fläche durch die veränderte Friedhofskultur und die stark gestiegene Zahl von Urnengräbern und halbanonymen Begräbnissen nahezu hal­biert hat“, sagt Mathias Eilers. „Dadurch gibt es jetzt Friedhöfe, die mathematisch viel zu groß sind.“
Das Problem sei, dass jedes Dorf in der Samtgemeinde seinen eigenen Friedhof habe und dass das auch so bleiben solle. Da die Kosten für die Unterhaltung und die Pflege aber nicht weniger würden, nur weil weniger Fläche genutzt werde, und die Samtgemeinde dazu verpflichtet sei, die Friedhöfe kostendeckend zu betreiben, sehe er keine Möglichkeit, die Gebührenschraube wieder zurückzudrehen. Die Nutzung der frei werdenden Flächen zur Förderung der Arten­vielfalt halte er jedoch „für eine sehr gute Idee“. Daher habe es ihn auch sehr gefreut, dass die Grünen-Vertreterin Ingrid Linde-Schwethelm angekündigt hat, für den Friedhof in Dransfeld ein Rank­gitter samt Pflanze zu spenden.
Als Ergebnis der Bauausschuss-Bereisung wurde die Verwaltung beauftragt, den Kostenrahmen und die Finanzierungsmöglichkeiten für die Umsetzung der an diesem Tag diskutierten Maßnahmen zu erarbeiten. per

250 Besucher pro Tag | HNA vom 16.09.2020

Investor stellt Pläne für Hohen Hagen im Ausschuss vor

Dransfeld – Rund um den Gaußturm am Hohen Hagen bei Dransfeld soll ein Seilrutschenpark entstehen. Nachdem das Gebiet vor Kurzem durch den Landkreis Göttingen aus dem Landschaftsschutzgebiet (LSG) entlassen wurde, hat sich nun der Investor vor dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Dransfeld in der fast voll besetzten Stadthalle vorgestellt.
Christoph Brand, Geschäftsführer der Schattenspringer GmbH mit Sitz in Bielefeld, betonte, dass sich das Projekt in einer frühen Phase befinde: „Um es konkreter werden zu lassen, brauche ich mehr Sicherheit und Sie auch.“

Ideen für den Park

Da Klettergärten von Dransfeld aus innerhalb einer Stunde zu erreichen sind, sei ein weiteres Angebot am Hohen Hagen nicht sinnvoll, erläutert Brand seinen Vorschlag eines Seilrutschenparks.
Nach aktuellem Stand seien etwa 20 Seilrutschen von 30 bis 500 Metern Länge angedacht, die sich im Zickzack vom Gaußturm über den Steinbruch ziehen und am Aussichtspunkt mit Blick in Richtung Schedetal enden. Am Gaußturm sollen die Kasse, Materialausleihe, Imbiss, Büro und Toiletten untergebracht werden. Hier könnten die ersten Rutschen starten.
Weitere Ausbaumöglichkeiten seien eine Flyline rund um den Steinbruch, Hochseilgarten­ele­mente für Gruppenangebote, Wallrunning und Freefall vom Gaußturm, eine Abenteuer­brücke über den Steinbruch, ein Naturerlebnispfad mit Geologieschwerpunkt und diverse Rutschen als Angebote für Familien mit kleinen Kindern.
Damit sich der Park rechne, erwarte Brand etwa 250 Gäste pro Tag, hochgerechnet aufs Jahr 45 000 Gäste, bei einer Saison von 180 bis 200 Tagen. Ticketpreise könnten bei etwa 20 bis 30 Euro liegen. Der Personalbedarf umfasse fünf bis sechs Personen pro Tag. Für den Imbiss und Landschaftsarbeiten müssten externe Anbieter eingestellt werden. Das Investitionsvolumen liege bei 500 000 bis 1 Millionen Euro.

Bauliche Umsetzung

Die Seile sollen laut Brand über den Baumwipfeln im Steinbruch verlaufen und durch Türme mit­einander verbunden werden. Es könne sein, dass einzelne Bäume gefällt werden müssten. In diesem Fall könne er zusagen, diese zu ersetzen.
Die Straßen zum Hohen Hagen, die Nähe zur A7 und die vorhandenen Parkplätze seien ein großer Vorteil für den Park. Letztere würden ausgebaut und in Richtung Gaußturm erweitert.
Das Wegenetz im Steinbruch solle für Begleiter der Besucher ausgebaut und mehr Bänke aufgestellt werden. Wanderer sollten weiter durch das Gebiet laufen können, einen Zaun um das Gelände werde es nicht geben, doch könnten bestehende Wanderwege abgeändert werden.

Kritik an Plänen

Die Mitglieder des Ausschusses, des Stadtrates sowie Bürger der Stadt stellten im Anschluss an die Präsentation Fragen, wobei sich ein gemischtes Stimmungsbild abzeichnete.
Ein Bürger bezeichnete den Park als „gute Ergänzung zum Freibad und Campingplatz“ und lobte, dass bei dem Projekt „nicht mit einer Hauruckmethode vorgegangen“ werde. Ein anderer bezeichnete es als „zartes Pflänzchen, das wir mit Detailfragen zerreden können“.
Reinhardt Kalbow, Vertreter des Haus Hoher Hagen äußerte sich „entsetzt“. Das „Kreischen“ der Besucher sei nicht mit dem Natur- und Wildnispädagogik-Konzept des Hauses zu verein­baren.
Eine Vertreterin des Nabus konfrontierte Brand erneut mit den Sorgen der Naturschutzverbände, die vor der Entlassung aus dem LSG geäußert wurden – wie der Lärmbelastung für Tiere, die Größe des Parks und Nähe zum angrenzenden FFH-Gebiet (HNA berichtete). Sie sei „erschüttert über die Dimensionen des Vorhabens“ und dass in „keinem Punkt“ den Verbänden entgegengekommen worden sei. Brand antwortete, dass er sich an die Vorgaben des nun fol­genden Bauplans und der Umweltverträglichkeitsprüfung halten und nicht an einzelnen Elementen festhalten werde. Stadtdirektor Mathias Eilers betonte, dass das Gebiet weiterhin der Stadt gehöre und diese Regeln aufstellen könne. Kim Henneking